Ratgeber · KI & Automatisierung
Was kostet KI für ein Unternehmen? Preise und Rechenbeispiele 2026
KI kostet mehr als ein Softwareabo und weniger als eine neue Stelle. Genau dazwischen liegt die Bandbreite, und sie hängt an einer einzigen Frage: Soll die KI nur beim Schreiben helfen oder soll sie einen Ablauf im Betrieb übernehmen? Dieser Artikel zerlegt die Kosten in drei Blöcke, nennt Richtwerte für die gängigen Anwendungsfälle und zeigt die Rechnung, mit der Sie vorher entscheiden können.
Die drei Kostenblöcke
Jedes KI-Projekt besteht aus denselben drei Teilen. Wer nur auf den ersten schaut, rechnet sich das Projekt schön.
| Block | Was dahintersteckt | Wann fällig |
|---|---|---|
| Einrichtung | Analyse der Abläufe, Aufbau der Umgebung, Wissensspeicher, Anbindung an Ihre Systeme, Schulung | einmalig |
| Betrieb | Nutzung des Sprachmodells, Hosting, Lizenzen pro Nutzer, Telefonie bei Sprach-KI | monatlich |
| Pflege | Neue Quellen einpflegen, Antworten nachjustieren, Ausnahmen bearbeiten | monatlich oder nach Bedarf |
Der dritte Block wird am häufigsten vergessen und entscheidet darüber, ob eine KI-Lösung nach einem Jahr noch benutzt wird. Ohne eine Person, die zuständig ist, versandet jedes Projekt.
Richtwerte für die gängigen Anwendungsfälle
Alle Beträge sind Richtwerte netto für kleine und mittlere Betriebe im deutschsprachigen Raum, Stand 2026. Sie ersetzen kein Angebot, sie helfen beim Einordnen.
| Anwendungsfall | Einrichtung | Laufend |
|---|---|---|
| Geschützter KI-Arbeitsplatz für das Team, mit Wissensspeicher | 2.500 bis 8.000 € | pro Nutzer und Monat im Bereich einer Bürosoftware, plus Modellkosten |
| KI-E-Mail-Assistent, der Antwortentwürfe erstellt | 4.000 bis 12.000 € | nach Volumen, meist zweistellig bis niedrig dreistellig im Monat |
| KI-Telefonassistent mit Terminbuchung | 3.000 bis 10.000 € | nach Anrufminuten |
| Automatisierung eines wiederkehrenden Ablaufs, etwa Rechnungseingang | 3.000 bis 15.000 € | Modell- und Werkzeugkosten, meist niedrig dreistellig |
| Workshop und Nutzungsrichtlinie, ohne Technik | 1.000 bis 3.000 € | keine |
Nach oben offen wird es, sobald eigene Server, mehrere Standorte oder Schnittstellen zu alten Branchensystemen dazukommen. Nach unten geht es, wenn ein einzelner, klar umrissener Ablauf automatisiert wird.
Was den Preis nach oben treibt
- Zahl der Schnittstellen. Jedes System, das mitspielen muss, ist ein eigenes kleines Projekt. Zwei Systeme sind einfach, fünf sind ein Vorhaben.
- Zustand Ihrer Daten. Wenn Angebote, Preise und Richtlinien in drei Ordnern und zwei Köpfen liegen, ist das Ordnen der größere Teil der Arbeit.
- Anforderungen an den Datenschutz. EU-Hosting ist Standard. Ein Modell auf eigenen Servern kostet mehr, ist aber bei besonders sensiblen Daten die saubere Lösung.
- Zahl der Nutzer und Sprachen. Zehn Nutzer sind kein Problem, hundert brauchen Rollen, Rechte und Einführung in Wellen.
- Genauigkeitsanspruch. Ein Entwurf, den ein Mensch prüft, ist günstig. Eine Antwort, die ohne Prüfung nach außen geht, braucht deutlich mehr Absicherung und Tests.
Die Rechnung, die vor dem Angebot kommt
Bevor Sie ein Angebot einholen, rechnen Sie selbst. Sie brauchen drei Zahlen:
- Häufigkeit. Wie oft kommt der Ablauf pro Monat vor?
- Zeit heute. Wie lange dauert ein Vorgang von Hand, ehrlich gemessen, nicht geschätzt?
- Stundensatz. Was kostet die Person, die es heute macht, inklusive Nebenkosten?
Häufigkeit mal gesparte Zeit mal Stundensatz ergibt die monatliche Ersparnis. Beispiel aus dem Artikel zum Rechnungseingang: 300 Rechnungen im Monat, zwölf Minuten von Hand gegenüber 40 Sekunden Prüfung, das sind rund 56 Stunden. Bei einem internen Stundensatz von 45 € liegt die Ersparnis bei etwa 2.500 € pro Monat. Eine Einrichtung von 8.000 € ist damit in gut drei Monaten bezahlt.
Wenn diese Rechnung nicht innerhalb von zwölf Monaten aufgeht, ist der Ablauf der falsche Startpunkt. Dann suchen wir einen anderen oder lassen es.
Wo Sie sich das Geld sparen können
Es gibt Fälle, in denen wir von einem KI-Projekt abraten:
- Der Ablauf kommt seltener als ein paar Mal pro Monat vor.
- Jeder Fall ist anders, es gibt keine wiederkehrende Struktur.
- Die Daten liegen nur auf Papier und sollen dort bleiben.
- Das eigentliche Problem ist ein unklarer Prozess. Dann ordnet man zuerst den Prozess, nicht die Technik.
Ein Teil unserer Erstgespräche endet mit der Empfehlung, zuerst etwas anderes zu tun. Das ist billiger für Sie und ehrlicher für uns.
Förderungen einrechnen
Beratung und Umsetzung von Digitalisierungs- und KI-Projekten sind in Österreich förderfähig, der laufende Betrieb nicht. Welche Programme in Niederösterreich in Frage kommen und worauf es beim Ablauf ankommt, steht im Artikel zu Förderungen. Wichtig: vor Projektstart beantragen.
Häufige Fragen
Warum schwanken die Preise so stark?
Weil zwei Betriebe mit demselben Anwendungsfall völlig unterschiedliche Ausgangslagen haben. Sauber abgelegte Dokumente und ein modernes ERP verkürzen die Einrichtung um Wochen, ein Branchensystem ohne Schnittstelle verlängert sie.
Was kostet es, wenn es nicht funktioniert?
Wir arbeiten in Stufen: Analyse, Pilot, Ausweitung. Nach dem Piloten können Sie aussteigen und haben nur diesen bezahlt. Ein Pilot liegt üblicherweise im unteren Bereich der oben genannten Einrichtungskosten.
Rechnet sich KI auch für einen Betrieb mit fünf Mitarbeitern?
Oft ja, weil in kleinen Betrieben die Bürozeit besonders knapp ist. Der Einstieg ist dann meist der geschützte KI-Arbeitsplatz oder ein Telefonassistent, nicht die große Automatisierung.
Kostenlos und unverbindlich
Sollen wir das für Ihren Betrieb durchrechnen?
Im kostenlosen Erstgespräch (30 Minuten) schauen wir auf Ihre konkrete Situation und sagen Ihnen ehrlich, was sich lohnt und was nicht. Danach bekommen Sie einen Vorschlag mit Preis.
Ing. Michael Traxler · Geschäftsführer